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Jahrhunderts konkurrierten zwei Theorien zur Funktion der Milz, die eine vermutete, dass sie dem Blutabbau, die andere, dass sie der Blutbildung dient. Walther Flemming erkannte, dass die Entwicklung lymphoider Zellen in den lymphatischen Organen durch Mitose erfolgt, Otto Möbius (1861–1901) wies das 1885 auch für die Milz nach und erkannte, dass die Malpighischen Körperchen den Keimzentren der Lymphknoten entsprechen. 1913 wird erstmals der Begriff Hyposplenismus verwendet, 1929 erweiterte Frederick Parkes Weber das Konzept von Hyper- und Hyposplenismus. 1955 wies William Dameshek durch das Auftreten veränderter Zellen im Blutaustrich eines Zöliakie-Patienten die Rolle der Milz für die Aussonderung geschädigter roter Blutkörperchen nach. Die begriffliche Trennung der Anteile der weißen Pulpa wurde 1963 von Theodore Snook vorgenommen. Ambroise Paré (1510–1590) beschrieb den ersten Fall einer traumatischen Milzruptur. Adrian Zaccarelli führte 1549 die erste vollständige Milzentfernung bei einer Frau mit Milzvergrößerung infolge einer Malaria durch, Franciscus Rosetti 1590 die erste Teilresektion der Milz nach einer kriegsbedingten Verwundung. Die Erstbeschreibung einer Wandermilz stammt aus dem Jahr 1667 von Johannes van Horne (1621–1670). 1826 führte Karl Friedrich Quittenbaum die erste Milzentfernung wegen eines Milztumors durch.
Quellen: de.wikipedia.org
1876 veröffentlichte George Alexander Otis eine detaillierte Fallserie zur Milzentfernung auf der Basis von Verwundeten aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, 1878 beschrieb der britische Chirurg William MacCormac Milzverletzungen ohne äußere Wunden und deren Behandlung durch eine Milzentfernung. 1893 führte Mathieu Jaboulay (1860–1913) eine Verlagerung der verletzten Milz durch die Bauchwand nach außen durch (Exosplenopexie), um Blutungen besser kontrollieren zu können. Die erste Splenopexie einer Wandermilz wurde 1895 von Ludwik Rydygier durchgeführt. 1896 beschrieb Heinrich Albrecht den ersten Fall einer Absiedelung von Milzgewebe nach Verletzung (Splenose). 1962 erforschte Marcelo Campos Christo die segmentale Gefäßversorgung und eruierte damit die anatomischen Grundlagen für die Teilresektion der Milz. 1929 wurde von Ferdinand C. Helwig erstmals eine Polysplenie beschrieben. Im gleichen Jahr wurde erstmals bei einem Kind eine Sepsis nach einer Milzentfernung beobachtet (Postsplenektomie-Syndrom), die erste Fallserie stammt aus dem Jahr 1952 von Harold King und Harris B. Shumacker. 1969 beschrieben Howard A. Pearson und Mitarbeiter erstmals die funktionelle Asplenie bei Kindern mit Sichelzellanämie. Bernard Delaitre und Bruno Maignien führten 1991 die erste laparoskopische Milzentfernung durch, die erste laparoskopische Teilresektion vier Jahre später Éric Poulin.
Quellen: de.wikipedia.org
In der Kunst spielt das Organ Milz so gut wie keine Rolle, die metaphorische Verwendung in der Literatur beruht auf den irrigen Annahmen zur Funktion des Organs in der Antike. Die Vorstellungen von Hippokrates, Galen und Celsius (siehe oben) von der Milz als Sitz der Hypochondrie und Melancholie wurden im 7. Jahrhundert von Paulos von Aigina aufgegriffen und setzten sich bis in die frühe Neuzeit fort. In mehreren Werken verwendet William Shakespeare das Wort spleen ‚Milz‘ für Melancholie und wunderliches Verhalten. Dabei verwendet er den Begriff nicht geradlinig oder vorhersehbar. In der frühneuenglischen Sprache hatte spleen bis zu acht verschiedene Bedeutungen, die neben Melancholie auch Leidenschaft, Laune, Heiterkeit oder Freude umfassen, und Shakespeare verwendet das Wort gerade wegen dieser Vieldeutigkeit. In seinem Werk The Anatomy of Melancholy (1621) beschreibt Robert Burton eine Form der Melancholie, die er als ‚hypochondriale Melancholie‘ bezeichnete, weil sie ihren Sitz in den Organen unterhalb des Zwerchfells haben soll, vor allem in der Milz. Im frühen 17. Jahrhundert verstand man in England, basierend auf der antiken griechischen und auch medizinischen Vorstellung dieser Zeit (vergleiche beispielsweise Thomas Sydenham), unter spleen verschiedene körperliche und seelische Leiden wie Hypochondrie, Hysterie und Melancholie. In ihrer Ode The Spleen (1701) drückt Anne Finch ihre eigene niedergeschlagene Stimmung und Melancholie aus.
Quellen: de.wikipedia.org
In Alexander Popes The Rape of the Lock (1712), Canto IV The Cave of the Spleen, ist ‚Spleen‘ eine mürrische Göttin, die in einer nebligen Unterwelthöhle voller Erscheinungen Hof hält, womit Pope diejenigen verspottet, die ständig seufzen und sich ihrem Leid ergeben. Im frühen 18. Jahrhundert wurde so oft über spleen geklagt, dass sie auch als English malady ‚englische Krankheit‘ bezeichnet wurde, die aber in der High Society dieser Zeit als Zeichen moralischer Erhabenheit und als Kennzeichen hoch entwickelter Sensibilität galt. Insbesondere der französische Lyriker Charles Baudelaire verbreitete im 19. Jahrhundert das aus dem Englischen entlehnte Wort in Frankreich, das französische splénétique (das Organ heißt im Französischen la rate) steht in seiner Gedichtsammlung Les Fleurs du Mal aber eher für Weltschmerz und die Ambivalenz des Bösen. Der symbolistische Maler und Grafiker Carlos Schwabe illustrierte 1886 bis 1899 mit seiner Spleen-et-Ideal-Serie Baudelaires Werk. Vermutlich inspiriert vom Gedicht L'Irréméfdiable stellt sie die Bipolarität im Kampf zwischen Geist und Materie dar. Baudelaires Gedicht Spleen wurde 1967 von Léo Ferré vertont. Paul Verlaines zwölfzeiliges Gedicht Spleen aus den Romances sans paroles (1874) drückt ebenfalls Melancholie und Verzweiflung aus und wurde 1888 von Gabriel Fauré und 1903 von Claude Debussy vertont. Auch im Spanischen steht el esplín (das Organ heißt spanisch el bazo) für Lebensüberdruss und Schrulligkeit. Tomás de Iriarte verwendete es Ende des 18. Jahrhunderts in seinem gleichnamigen Gedicht in diesem Sinne.
Quellen: de.wikipedia.org
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